Wie ich wurde, was ich bin: Mein Weg zur Website-Mentorin

Als ich als wildes „Naturkind“ in einer Kleinstadt an der niederländischen Grenze aufwuchs hätte ich ganz sicher niemals damit gerechnet, wo ich heute stehe. Weder beruflich noch privat.

Spoiler Alert: Ich bin über 16x umgezogen und habe 4 Jahre im Ausland gelebt, nur um in Deutschland meinen indischen Mann kennenzulernen.

Und statt dass ich Synchronsprecherin, Fotografin, Tierärztin, Psychologin, Hotelfachfrau, Yogalehrerin oder Privatdetektivin geworden bin (was alles ernsthafte Berufswünsche von mir waren) habe ich in der IT-Branche erst eine Ausbildung und später ein Studium absolviert. Um dann alles in dem zu vereinen, was ich über 20 Jahre sowieso schon immer wieder gemacht habe: Websites erstellen und anderen dabei zu helfen (inkl. an ihre Träume zu glauben und ins Umsetzen zu kommen).

 

Doch schauen wir mal Schritt für Schritt, was passiert ist:

1.) Meine Kindheit mit erster Begeisterung für Computer

Schon als Kind verbrachte ich viele Wochenenden mit meinem Papa und Bruder vor dem Computer, als wir die ersten Adventure Games (auf englisch!) spielten. Ich habe es sooo geliebt! Das waren die wenigen Momente, in denen mein Vater wirklich Zeit für uns hatte und nicht nur gearbeitet hat. Da mein Vater beruflich immer mit Computern zu tun hatte (erst als Programmierer, später mit eigener Computerfirma), gab es für mich schon sehr früh die Möglichkeit, ganz viel darüber zu lernen.

Die meiste Zeit verbrachte ich allerdings nicht am Computer, sondern draußen – beim Baumhäuser und Höhlen bauen und Quatsch machen mit meinem besten Freund und Nachbarn. 

Eins der wenigen Fotos von mir als Prinzessin. Danach war ich meist als Hexe oder Vampir anzutreffen. 

2.) 1995+ – meine Teenagerjahre als Außenseiterin

In meiner Teeenagerzeit fand ich es schwierig, mich mit den „typisch weiblichen“ Teenie Dramen auseinanderzusetzen. Stattdessen verbrachte ich die Zeit mit meinem 2 Jahre jüngeren Bruder und seine Clique – was er sicherlich nicht immer toll fand.
Fast jedes Wochenende stand eine sogenannte LAN-Party an, neudeutsch „zocken“ – damals noch mit riesigen schweren Röhrenmonitoren. Abseits vom Bildschirmen spielten wir Pen & Paper Games wie z. B. „Das Schwarze Auge“. Man könnte mich also als klassischen Nerd bezeichnen 😉 

3.) 2002 – Flucht ins Ausland

Nach dem Abitur wollte ich vor allem erst einmal raus aus der Kleinstadt und meinem alten Leben. Da mir südliche Länder und warmes Klima immer sehr gut gefallen habe und ich gerne Spanisch lernen wollte, landete ich als Au Pair bei einer Familie in einem Dorf in der Nähe von Madrid.
Dort hatte ich zum ersten Mal einen Computer mit DSL zur Verfügung und erstellte meine erste Webseite für Au Pairs in Europa – anfangs noch mit Macromedia Dreamweaver und HTML Code. Aufgrund fehlender Konkurrenz war es leicht, mit der Website schnell viele Besucher und Kommentare zu bekommen.

Ich im Ferienhaus meiner spanischen Familie. Obwohl es eine recht schöne Zeit war, gibt es kaum Fotos von mir – schon gar keine mit einem Lächeln. 

Meine erste eigene Website -Au Pair Guide. Den „hübschen“ Header habe ich leider nicht mehr gefunden 😉 

4.) 2003+ IT-Ausbildung in Einsamkeit
Wieder zurück in Deutschland wusste ich, dass ich beruflich etwas mit Computern machen möchte – allerdings auf gar keinen Fall studieren. Somit bekam ich bei einem Forschungszentrum eine Stelle als Fachinformatikerin für Systemintegration.
Richtig cool war der Kernreaktor auf dem Forschungszentrum, der mich immer an Science-Fiction und Star Trek erinnert hat. Wenn man im Reaktorgebäude supporten musste, musste man vorher durch eine Schleuse gehen und wurde auf Strahlung untersucht. Mehr als einmal gab es jedoch Fehlalarm und eine Stimme ertönte aus dem Off: „Kontaminiert, bitte beim Strahlenschutz melden“.
Der Support von verschiedensten Computersystemen und Maschinen von uralt bis neuester Schrei war total klasse, allerdings habe ich mich vor allem in der Anfangszeit auch sehr einsam gefühlt in einem abgelegenen Wohnheim in einer kleinen Stadt.

Die Berufsschulzeit in Lübeck. Ich bin eine von nur 2 Frauen – die hinter dem Jungen mit dem roten Cappy. 

5.) IT-Support im Hamburger Verlagshaus – einmal Stress und zurück
Nach meiner Ausbildung arbeitete ich viele Jahre im IT-Support in einem Hamburger Verlagshaus. Der Job machte mir anfangs ebenfalls viel Spaß, wurde jedoch mit der Zeit immer stressiger. Ich verlor 30 Kilo, verbrachte viele Wochenenden auf Partys (zum fragwürdigen Ausgleich?) und musste irgendwann feststellen, dass kein Job der Welt so viel Stress wert ist.
In einem Zeitungsartikel lasse ich eines Tages den Satz eines Mediziners, der ungefähr so lautete: „Ich heile Krebspatienten und mein Job kotzt mich echt an – würde niemand sagen“. Mir wurde klar, dass ich einen Job mit mehr Sinn haben möchte und ich kündigte, um zu studieren.
In meinen Jahren in Hamburg sammelte ich meine Gedanken, schöne Zitate und Bilder, die ich im Alltag fand auf der Website silvercrown.

Meine bunte Silvercrown Website mit allem, was ich schön fand (Zitate, Musik, Gedanken, Lustiges)

Beim Fotoshooting für die Zeitschrift „Healthy Living“. Ich wurde einmal in der Mittagspause im Verlagshaus dafür angesprochen, weil sie noch jemanden mit rötlichen Haaren suchten. 

6.)  Als „alte“ Studentin in die Niederlande
Das Bioinformatik-Studium in den Niederlanden war der Wahnsinn! Ich lernte Niederländisch, liebte den Unterrichtsmix aus Praxis, biologischen und IT-Inhalten und tauchte in die niederländische Kultur ein. Ich war die älteste Studentin, fand aber trotzdem Anschluss und richtig gute Freunde. Mein Alter und die Tatsache, dass ich ganz viel für dieses Studium aufgegeben habe, machte mich zu einer zielstrebigen Studentin.
Die freien Minuten, die ich nicht mit Lernen verbrachte, half ich ehrenamtlich bei der Betreuung der Studentenvereinigungs-Website (mit WordPress!) und arbeitete nebenberuflich bei einer Immunologie Firma (wo ich mich ebenfalls um deren Website kümmerte).
Regelmäßig schickte ich außerdem Freunden und Familie einen witzigen Newsletter mit alltäglichen Kuriositäten die mir untergekommen sind – inklusive der „Fietse“ des Monats, also dem lustigsten, buntesten Fahrrad was ich gesehen habe.
Mein Abschlussjahr verbrachte ich in Granada, Südspanien und ich liebte die wunderbaren Ausblicke über die Stadt, das frische Obst und Gemüse, die Siestas und Tapas. Und, dass ich endlich wieder Spanisch sprechen konnte.
Nebenbei startete ich mit Rainbow Vegan eine der ersten deutschsprachigen Websites über vegane Ernährung. Auch hier fanden sich schnell die ersten Besucher, die liebe Kommentare unter Rezepten und Tipps hinterließen.

Etwas übertrieben vielleicht 😉 beim Koninginnendag. Die ganze Stadt war leuchtend orange geschmückt!

Mein täglicher Ausblick über Granada in der Mittagspause.

Rainbow Vegan Website – sieht der Silvercrown irgendwie verdächtig ähnlich 😉

7.) 2013 – Zurück in Deutschland für den Master of Science

Da das Masterstudium in den Niederlanden zu teuer gewesen wäre ging es zurück nach Deutschland, nach Saarbrücken (wo die Uni einen sehr guten Ruf für den Bioinformatik Studiengang hat.). Im Software Engineering Kurs (mit über 200 Studenten) lernte ich durch mehrere große Zufälle meinen heutigen Mann kennen, der aus Neu Delhi stammt.

Zum Ende des Studiums hin schrieb ich außerdem ein Buch über die Niederlande, was sogar von einem Verlag veröffentlicht wurde.

8.) 2016 – Neustart einmal bayerisch

Es geht wieder in eine neue Stadt – diesmal nach München. Mein erstes Ankommen war allerdings supoptimal: Der Schlüssel meines Übergangszimmerchens passte nicht richtig ins Schloss. Da ich mich mit Dialekten super schwer tue, habe ich beim Anruf eines Notfall-Schlüsseldienstes kein Wort (bayerisch) verstanden, aufgelegt und online einen Schlüsseldienst bestellt – ups.

Mein Job als technische Redakteurin und Software Testerin war richtig klasse. Nach dem ersten Jahr habe ich trotzdem an den Wochenenden noch eine Yogalehrerausbildung gemacht – man weiß ja nie.

Durch Zufall stieß ich auf den Podcast von Laura Seiler, der mein Leben für immer verändert hat – ich habe endlich verstanden, dass ich mein Leben selbst in der Hand habe und mir der Opfermodus nicht wirklich weiterhilft. 

Da mir Nachhaltigkeit und ein umweltbewusstes Leben sehr wichtig sind, startete ich mit Peace Panda ein neues (Website-)Projekt. Ich tingelte durch die Zero waste- und nachhaltigen Läden der Stadt, interviewte die Inhaber und berichtete über sie.

Mit geliehenem Dirndl habe ich auf dem Oktoberfest meinen Kollegen meine Trinkfestigkeit bewiesen. 

Auch für andere Websites habe ich im Namen von „Peace Panda“ Artikel und Guides geschrieben – Vernetzen und Schreiben habe ich auch damals schon echt gern gemacht.

9.) 2017 – Auf nach Indien!

Im Frühling 2017 stand mein erster Besuch in Indien an. Mein Mann (damals noch Freund) konnte zum damaligen Zeitpunkt erst ein paar Tage später nachkommen, somit holte mich seine Schwester vom Flughafen ab und ich verbrachte mit ihr einige Tage in Rishikesh und bei seinen Eltern – die kein Wort Englisch sprechen. Rückblickend gesehen war das wohl eins der mutigsten Dinge, die ich je in meinem Leben getan habe.

Ende 2017 folgte unsere traditionelle indische Hochzeit im kleinsten Kreise von 500 Mann. Dabei durfte ich dann noch mal lernen, dass man in Indien den Stress und die Erwartungen besser zu Hause lässt, ansonsten überlebt man das nicht. Das Hotel der 35 Gäste die aus Deutschland, Österreich und der Schweiz anreisten, wurde z. B. ein Tag vor deren Ankunft storniert. Am Ende ging aber trotzdem fast alles gut. 

Beim Holi – Fest der Farben – in der Nachbarschaft meines Mannes. Ich glaube ich muss nicht schreiben, wo ich auf dem Foto bin 😉 

In Rishikesh bei irgendeiner Zeremonie am Ganges, deren Namen ich vergessen habe (es gibt einfach zu viele).

2 Tage vor der Hochzeit bei der Henna-Zeremonie. Man sieht es mir nicht an, mir war allerdings kotzübel und ich hatte eine dicke Erkältung. Beim Bemalen bin ich sogar das erste und letzte Mal in meinem Leben ohnmächtig geworden. 

Die eigentliche Hochzeit an einem Sonntag im Dezember. Mit den kurzen Ärmeln hab ich echt gefroren bei 10°C und es war ganz schön krass, so im Rampenlicht zu stehen, aber rückblickend war die Hochzeit alles in allem eine sehr bereichernde Erfahrung. 

10.) 2018 – Und dann wurde ich Mutter

Im Jahr nach der Hochzeit wurde meine Tochter geboren. Es folgte eine der herausfordernden Zeiten meines Lebens, denn als „High Need Baby“ schlief sie sehr wenig und war tagsüber nur in der Trage mit direktem Körperkontakt zufrieden.

Daraus entwickelte sich allerdings auch etwas Positives, denn alles was ich in der folgenden Zeit gelernt habe, habe ich später auf der Plattform Mamas Dorf gesammelt. Damit sollen auch andere Mütter mehr Unterstützung und Austausch in ihrem Alltag finden können.

Ende 2019 im Indienurlaub kam ich zum ersten Mal richtig mit dem Thema Online Business in Berührung und war sofort begeistert. In einer Facebook-Gruppe traf ich durch Zufall das erstmal auf eine Frau, der ich bei Ihrer Website helfen konnte und die mir dafür Geld zahlte. Der Gedanke, ob sich das vielleicht sogar beruflich machen lässt keimte das erste Mal in mir auf und ich nahm alles mit, was ich an Freebies, Challenges, Webinaren & Co. finden konnte. 

Der Mamas Dorf Gedanke – gegenseitige Unterstützung und praktische Hilfe im Alltag (man muss nur fragen!)

11.) 2019 – der xte Neustart und die Gründung

Beruflich ging es 2019 für unsere kleine Familie dann nach Freiburg.

Da ich nun für die Zweigstelle in Basel statt in München arbeitete, war ich die meiste Zeit im Homeoffice und musste einmal die Woche pendeln – was einen 12-Stunden-Tag für mich bedeutete.

Als dann Corona kam, die Kitas geschlossen wurden, ich versuchte mit 1 jährigem Kind zu Hause irgendwie meine Büroarbeit zu schaffen und ich wieder schwanger war, war mir klar, dass es so nicht weitergehen konnte.

Ich meldete mein Gewerbe als Webdesignerin & WordPress Supporterin an und helfe seitdem Frauen, die sich selbstständig machen wollen, beim Aufbau ihrer Website und der ganzen Technik, die damit einhergeht.

Bei SEO Spezialistin Jane von Klee bin ich außerdem der Techniksupport für die SEO-Schatzkarte, ihren Suchmaschinen-Online-Kurs. 

Der Start ist jetzt über zwei Jahre her und ich liebe meine Arbeit einfach jeden Tag. Als IT- und vor allem webbegeisterte Scannerin (also jemand, der sich für fast alles interessiert) kann ich mir bis heute nichts Besseres für mich und mein Leben vorstellen.

Website Mentorin nenne ich mich übrigens, weil ich vor allem beim Website selbst Erstellen unterstütze und im Gegensatz zur klassischen Webdesignerin eher selten alles von Anfang bis Ende übernehme.

Hey, ich bin Stefanie

Stefanie Motiwal - Website leicht gemacht

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Stefanie Motiwal Website-Mentorin

Stefanie Motiwal

Hey, ich bin Stefanie und helfe Frauen, die mit ihrem Business durchstarten wollen, beim Erstellen ihrer Website.

Von mir lernst du nicht nur, wie du Einstellungen in WordPress bei Plugins & Themes vornimmst, sondern auch, worauf es bei Design, Struktur, Text & Layout ankommt.

Dabei ist es mir wichtig, dass der Spaß nicht auf der Strecke bleibt und du ganz viel für dich und dein Business mitnehmen kannst!

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6 Kommentare

  1. Mona

    Liebe Stefanie,
    Ich finde Deinen Lebensweg total spannend! Durch #boomboomblog2022 habe ich schon über einige interessante Frauen gelesen und freu mich über diese Bereicherung!
    Lg
    Mona

    Antworten
    • Stefanie Motiwal

      Liebe Mona,

      ich danke dir vielmals für deinen Kommentar, das freut mich sehr 🙂
      Liebe Grüße,
      Steffi

      Antworten
  2. Debby

    Wow, das ist echt ne spannende und tolle Geschichte- und so viel Leidenschaft 🥰 Danke fürs erzählen und uns teil haben lassen an deinem Leben 🤗

    Antworten
    • Stefanie Motiwal

      Liebe Debby, vielen Dank für dein freundliches Feedback! 🙂 Das mit der Leidenschaft hab ich noch gar nicht so gesehen 😀 aber vermutlich hast du recht! 🙂

      Antworten
  3. Marita

    Was für ein unglaublicher Lebensweg – vielen Dank fürs Teilen! Ich hab mich als Teenie auch immer als Außenseiterin gefühlt, einfach weil ich nicht so die „klassischen“ Interessen hatte wie die anderen. Aus der Enge des Dorfes floh ich zu Ausbildungen und Seminaren in ganz Deutschland, ich bin nur lange nicht so umzugsfreudig wie du 😉 Ich finde Dich supersympathisch und als Scannerin wird das Leben einfach niiieeemals langweilig und ich finde das ganz wunderbar.

    Liebe Grüße aus München von Marita

    Antworten
    • Stefanie Motiwal

      Vielen Dank für deine lieben Worte 🙂 Enge des Dorfes – kann ich sehr gut nachvollziehen, auch wenn mein „Dorf“ etwas größer war. Ausbildungen und Seminare in ganz Deutschland klingt ja auch fast nach Scannerin – oder?
      Ich hab mich sehr über deinen Kommentar gefreut 🙂 Hab eine wunderbare Woche und liebe Grüße von Stefanie

      Antworten

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